Reisen und medizinische Versorgung im Ausland
Einreise- und Aufenthaltsbeschränkungen für Menschen mit HIV. Behandlungsmöglichkeiten und Adressen von AIDS-Hilfe-Organisationen von A (Ägypten) bis Z (Zypern)
Die HIV-Postexpositionsprophylaxe (PEP oder HIV-PEP) ist eine vorsorgliche Behandlung mit dem Ziel, nach einer HIV-Exposition das "Angehen" einer Infektion zu verhindern.
Die HIV-PEP besteht aus einer Kombination von aus 3 Medikamenten gegen HIV, die für eine Dauer von 4 Wochen eingenommen wird. Die HIV-PEP ist eine Notfallmaßnahme. Sie kann eine Infektion nicht sicher verhindern. Ihr Schutzeffekt wird auf ca. 80% geschätzt.
Wer entscheidet, ob eine HIV-PEP sinnvoll ist?
Die Einschätzung, ob wirklich ein relevantes Risiko vorgelegen hat, und ob eine HIV-PEP indiziert (angezeigt) ist, muss durch einen Arzt / eine Ärztin erfolgen.
Wo kann ich mich informieren?
Seit Oktober 2008 schaltet die Deutsche AIDS-Hilfe eine bundesweite Hotline unter der Telefonnummer 0180 33 19411 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, abweichende Tarife der Mobilanbieter).
Erreichbarkeit: Montag bis Freitag von 09:00 Uhr bis 21:00, am Sonntag von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr.
Wann wird eine HIV-PEP angeboten:
a) nach ungeschütztem Vaginal- oder Analverkehr mit einem/einer HIV-positiven Sexualpartner/in (z.B. Kondomunfall) mit nachweisbarer oder unbekannt hoher Viruslast;
b) nach anonymem ungeschützten Anal- oder Vaginalverkehr nur dann, wenn eine Infektion des Sexualpartners /der Sexualpartnerin sehr wahrscheinlich ist.
Wann führt man eine HIV-PEP durch?
Je früher, desto besser: eine PEP sollte im optimalen Fall innerhalb von 2 Stunden, möglichst innerhalb von 24 Stunden nach einer Exposition mit HIV begonnen werden. Theoretisch möglich ist eine PEP bis zu 72 Stunden nach Exposition, einige Kliniken halten den Beginn einer PEP nach über 48 Stunden aber nicht mehr für sinnvoll.
Welche Sofortmaßnahmen nach sexueller Exposition sind sinnvoll?
Sofortmaßnahmen ergänzen die HIV-PEP, sie können sie nicht ersetzen!
Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr: Penis unter fließendem Wasser mit Seife waschen werden. Dazu Vorhaut zurückziehen und Eichel sowie Innenseite der Vorhaut vorsichtig (ohne Druck auf die Schleimhaut auszuüben) reinigen.
Keine (!!) Scheiden- oder Darmspülung durchführen
Bei Aufnahme von Samenflüssigkeit in den Mund: sofort ausspucken und mit Wasser vier- bis fünfmal kurz nachspülen.
Wenn Samenflüssigkeit ins Auge gelangt: mit Wasser ausspülen.
Wo wende ich mich im Ernstfall hin?
In der Notfallsituation ist es meist schwer, eine Klinik zu finden, die sich mit der HIV-PEP auskennt. Wir bieten daher im Download (s.u.) eine Liste mit Kliniken an, von denen wir (Selbstauskunft der Kliniken) wissen, dass sie rund um die Uhr eine Beratung leisten und eine HIV-PEP anbieten können. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.